Skip to main content

HCB-Skitag: Sonnig, wunderbar – aber kompliziert

Am Sonntag war HCB-Skitag. Und es war kompliziert. Von Anfang an. Hädi traf frühmorgens den Bus und erklärte dem verirrten Chauffeur den Weg zum Boppartshof. Einsteigen wollte Hädi aber noch nicht. Der Bus fuhr leer zum Boppartshof, lud dort die ersten ein, fuhr nach Bruggen, und lud dort auch Hädi ein.

Im Bus wurden um kurz vor sieben, fast traditionell, sogleich die ersten Biere offeriert. Nur hatte niemand einen Flaschenöffner dabei. Es war kompliziert. Etienne hatte gottseidank ein Miniatur-Werkzeug. Christian wollte kein Bier. Dann wollte er doch ein Bier. Das ist eigentlich auch schon fast Tradition.

Dann wurde es noch komplizierter. Im Kanton Graubünden waren wegen des Coronavirus nur Veranstaltungen mit weniger als 50 Personen erlaubt. Waren wir eine Veranstaltung? Und sowieso: Wer waren wir? Und wenn ja, wie viele? Zum Glück verschlief Küdä und verpasste den Bus, das verschaffte uns schonmal eine Reserve. Und dem Herren 1 den ersten Zustupf in die Bussenkasse.

Auf dem Weg durchs Rheintal schrieben die einen Matchberichte, und die anderen rechneten aus, wie viele von uns wegen den Corona-Restriktionen auf einer Raststätte ausgesetzt werden müssen, damit unsere Veranstaltung nicht zu gross wird. Im Bus fand dabei eine saubere Trennung statt: Die Frauen vorne, die Männer hinten. Ob das präventiv wegen dem Virus war, weiss ich nicht.

Gondel-Hädi und Umweg-Antonia

Aller Komplexität zum Trotz schafften wir es nach Davos. Wir waren quasi die ersten auf dem Parkplatz und die ersten auf der Piste. Die Sonne drückte auch schon durch. Vorweg: Es wurde ein Traumtag: Sonne satt, tolle Pistenverhältnisse, wenig Leute.

Hädi unternahm eine Gondelbahn-Sonntagsfahrt in den Schiferstall. Dort trafen sich am Vormittag dann irgendwie alle. Mäsi bewies, dass er nicht nur seinen Sohn in Küblis orten kann, sondern auch das Handy von Lorena im Bus.

Tobias, Claudio und Hädi legten sich derweil mit dem Servicepersonal an, weil der Hauskafi nicht mehr so war wie im letzten Jahr. Es war kompliziert. Zuerst kam ein Hauskafi, dann ein Kafi Lutz (ohne Kafi). Und dann wollten die drei nochmal einen Hauskafi. Oder einen Kafi Lutz? Oder beides? Weil sie sich nicht entscheiden konnten, kam halt nochmal das ganze Programm.

Gleichzeitig legte sich die Schlittler-Fraktion an anderer Stelle ebenfalls mit dem Servicepersonal an – das können wir. Entgegen der Empfehlung des lokalen Wetterexperten des Restaurants, der hartnäckig Nebel ankündigte, entschied sich Selina, das Mittagessen im strahlenden Sonnenschein auf der Terrasse zu planen. Der Chef de Service wollte ihr nicht glauben und beharrte auf dem Nebel. Selina blieb hartnäckig – zum Glück. Auf den Nebel warten wir nämlich immer noch.

Wir kamen dann fast pünktlich zum Mittagessen. Also alle jene, die Antonia nicht glaubten, als sie sagte, dass man da auch rechts abbiegen kann. Ja, kann man schon, aber das ist kompliziert: Dann muss man nämlich ein Tal herunterfahren, einen Sessellift nehmen, ein anderes Tal herunterfahren, nochmal einen Sessellift nehmen, dann zurück am Anfang links (statt rechts) abbiegen, und schon ist man am richtigen Ort.

Skischuh-Julia und Carving-Mäsi

Kompliziert wurde es auch, als die Pizzen serviert wurden. Das hatte ja schon vergangenes Jahr nicht geklappt. Und klappte auch dieses Jahr nicht. Am Ende hatten wir eine Pizza zu viel. Wir fragten uns, ob wir am Vormittag wohl jemanden verloren haben, aber uns kam niemand in den Sinn.

Nach dem Mittagessen wollten fast alle nochmal auf die Piste. Christian fuhr so viel Snowboard wie noch nie. Claudio fuhr manchmal zum Spass, und manchmal nur noch schnell. Auch Julia wollte es wissen und lieh sich eine Ausrüstung. Das war aber kompliziert. Nach gefühlten 45 Minuten und totaler körperlicher und mentaler Erschöpfung war sie in den Skischuhen und bereit, mit uns auf den Sessellift zu kommen.

Mäsi zog derweil wunderbare Carving-Schwünge in die perfekte Piste – bis er in einer Rechtskurve nach unten schaute und sah, dass er gar keinen Ski mehr am Fuss hatte. Weiterfahren war zu kompliziert. Er testete den weichen Schnee und machte danach eine Bergwanderung zurück zu seinem Ski. So verdiente er sich den Apfelstrudel, zu dem wir dann aber gar nicht mehr kamen, weil wir so lange auf der Piste waren.

Nach der Talabfahrt blieb genügend Zeit für einen Besuch der traditionellen Apres-Ski-Bar. Selina machte quer über die Tische irgendwelche Übungen für die Rumpfstabilität, und Claudio schaffte es, alle Skitag-Teilnehmer auf ein Selfie zu kriegen. Tobias kündigte an, uns nächstes Jahr beim Bus vor der Abfahrt ein kompliziertes Menü mit seinem BBQ-Smoker zuzubereiten. Wir freuen uns.

DJ-Lara und Heimweg-Tschortschis

Auf der Rückfahrt wurde es ein letztes Mal kompliziert, als sich die Frauen (vorne) und die Männer (hinten) nicht auf die gleiche Musik einigen konnten. Lara zeigte sich dann aber kompromissbereit und brachte Tobias dazu, sein Bier auszuleeren. Das hatte Hädi davor auch schon dreimal geschafft – die Bussenkasse des Herren 1 freuts. Und so lösten sich auch die letzte Herausforderungen des Ausflugs.

Ein grossartiger Tag ging pünktlich dort zu Ende, wo er begonnen hatte. Die grosse Organisatorin Selina verabschiedete sich vom Busfahrer mit der Ghetto-Faust – vielleicht wegen dem Coronavirus? – und ich machte mich mit den beiden Tschortschis auf den Heimweg. So geht das.